200 Jahre Fahrrad – Fahrradland Deutschland Jetzt | ADFC Sachsen-Anhalt e.V.
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200 Jahre Fahrrad – Fahrradland Deutschland Jetzt

Am 12. Juni 1817 legte Karl Drais mit einem Laufrad eine Strecke von 15 Kilometern zurück. Dieses Datum gilt als die Geburtsstunde des Fahrrades. Mit Muskelkraft betrieben, konkurrenzlos wirtschaftlich und effizient. Das Fahrrad ist eine Erfolgsgeschichte. Viele Kommunen haben erkannt: Radverkehrsförderung löst städtebauliche Missstände und macht Attraktiv. Viele Gründe zum Feiern! Der ADFC startet zum Geburtstag die bundesweite Kampagne „Fahrradland Deutschland Jetzt“!


Die Ergebnisse des Fahrradklima-Test zeigen: Auf dem Weg zum Fahrradland oder zur Fahrradstadt bleibt einiges zu tun. Die Infrastruktur entspricht nicht den Wünschen der Rad fahrenden Bevölkerung und macht wenig Lust das eigene Auto häufiger stehen zu lassen. Politische Bekenntnisse zum Radfahren und zum Ausbau der Infrastruktur sind zwar täglich zu vernehmen, jedoch in der Umsetzung fehlt entweder das Geld oder der Mut dem rollenden und ruhenden Radverkehr mehr Platz zu geben.
Gründe für den ADFC die Kampagne „Fahrradland Jetzt“ zu starten. Jährliche Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“, die aktuell läuft und an der sich die Menschen bis zum 31. August auf www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de beteiligen können, erreichen die ohnehin Rad fahrenden Menschen, jedoch tun sich die Rad fahrenden von Morgen schwer, denen es an Sicherheit und Komfort für diesen Schritt fehlt.
Um das Umsteigen auf zwei Räder attraktiv zu machen, startet der ADFC zur Bundestagswahl die Diskussion über die Verkehrswende. Auf der Aktionsseite www.radlandjetzt.de werden acht konkrete Maßnahmen vorgestellt und es wird um Unterstützung durch die Bevölkerung geworben. Unter den zentralen Maßnahmen steht der Vorrang für Radfahrende, Fußgänger und den ÖPNV ganz vorne. Die Aufstockung der Mittel des Bundes für Radverkehr auf 800 Millionen EURO, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften sowie die Einhaltung der Qualitätsstandards für den Bau und Unterhalt von Radverkehrsanlagen folgen. Eine wichtige Forderung ist die Aufstockung zweckgebundener Finanzmittel für die Kommunen zum Ausbau des Radverkehrs. Dies war ebenfalls eine zentrale Forderung der Kommunen auf der kürzlich im Umweltbundesamt in Dessau durchgeführten Auswertungsveranstaltung zu den Ergebnissen des Fahrradklima-Testes in Sachsen-Anhalt.
Das Beispiel der Niederlande zeigt: Wenn die Weichen auf Radverkehrsförderung gestellt werden, wie es in den Niederlanden seit 30 Jahren passiert, ist der Erfolg garantiert. Die Niederlande ermutigen Bürger, Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen. Es werden durchgängige Radverkehrsnetze und Parkmöglichkeiten angelegt sowie das Tempo innerorts auf einem Großteil der Straßen auf 30 km/h begrenzt. Der Erfolg ist durschlagend: 27 Prozent aller Wege werden in den Niederlanden mit dem Rad zurückgelegt. In Deutschland derzeit 12 Prozent. 25 Prozent pendeln in unserem Nachbarland mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit. In Deutschland derzeit 10 Prozent.
Der ADFC begleitet die Aktion mit zahlreichen Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Fahrradaktionstag in Magdeburg am 17. Juni. Unter dem Hashtag #radlandjetzt können Radfahr
ende bis Ende des Jahres ihre guten und schlechten Erfahrungen aus dem Fahrradalltag sowie Bilder von Aktionen posten. An den bekannten Orten werden in Dessau-Roßlau ab dem 12. Juni Aufkleber und Informationspostkarten zur Kampagne ausliegen. Als Geschenk für den 12. Juni ermuntert der ADFC alle Menschen: Einfach mal „Mit`s Rad zur Arbeit fahren“.
Weiterführende Informationen
www.radlandjetzt.de
www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de
www.fahrradklima-test.de

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