ADFC Regionalverband Magdeburg
Fahrrad Witziges Radwegschild

Radfahren - aber sicher!

Die etwas anderen Tips zum sicheren Radfahren



Radfahrer sind Verkehrsteilnehmer mit Rechten, aber auch Pflichten. Radfahren ist zwar (statistisch betrachtet) nicht so gefährlich wie Auto- oder gar Motorradfahren, dennoch können falsches Verhalten, Unaufmerksamkeit, aber auch technische Unzulänglichkeiten am Fahrrad zu schweren Unfällen führen.

1. Radfahrer sind Fahrzeugführer

Fahrräder sind ebenso Fahrzeuge wie Autos oder Motorräder. Dies bedeutet, dass die Straßenverkehrsordnung (StVO) auch für Radfahrer gilt, insbesondere die Regeln für Außerdem sollten Radfahrer ihr Fahrrad beherrschen, beispielsweise rechtzeitig anhalten, aber auch sicher und gerade fahren können.

2. Der Normalfall: Fahren auf der Fahrbahn

Fahrbahnen heißen so, weil Fahrzeuge nur dort fahren dürfen. Obwohl es sich dabei meist um Autos handelt, ist Radfahren auf Fahrbahnen bei weitem nicht so gefährlich wie von vielen Menschen angenommen wird. Gegenüber der Benutzung von Radwegen hat das Fahren auf der Fahrbahn einige Vorteile:
Wichtig: Ausreichender Abstand zum rechten Fahrbahnrand:
Halte auf der Fahrbahn einen Mindestabstand von ca. 80cm zum Bordstein bzw. fahre dort, wo die Autos mit ihren rechten Rädern fahren. Du vermeidest so, dass Dich Autos allzu oft mit sehr geringem Abstand überholen. Ebenfalls wichtig ist ein Abstand von mind. einem Meter zu parkenden Autos. Dies widerspricht nicht dem Rechtsfahrgebot der StVO.

3. Die Ausnahme: Radwege

Die einzigen Fahrzeuge, die nicht überall auf der Fahrbahn fahren dürfen, sind Fahrräder. Für sie wurden vielerorts Sonderwege eingerichtet, wobei vielen Verkehrsteilnehmern nicht klar ist, wann Radfahrer sie benutzen müssen, wann sie es dürfen und wo sie nicht fahren dürfen. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt es so:
Radwege an Straßen müssen nur benutzt werden, wenn sie durch eines der folgenden Verkehrszeichen gekennzeichnet sind:
Zeichen 237 Zeichen 240 Zeichen 241




Bei Radwegen, an denen keines der obigen Verkehrszeichen steht, dürfen Radfahrer zwischen Fahrbahn und Radweg wählen.
Auch neben Radweg-Abschnitten, die nicht befahrbar sind, darf auf der Fahrbahn gefahren. werden. Dies ist z.B. der Fall, wenn Radwege sind nicht so sicher, wie immer behauptet wird. Im Gegenteil, dort lauern einige Gefahren, die es auf der Fahrbahn nicht gibt. Die größte Gefahr geht von abbiegenden LKW aber auch PKW aus, weil deren Fahrer Radfahrer auf dem Radweg weitaus schlechter sehen können als auf der Fahrbahn.
Wer auf Radwegen fahren muss, sollte dies besonders vorsichtig tun. Rechne an jeder Kreuzungen bzw. Einmündung damit, dass neben Dir ein Auto oder ein LKW fährt, dessen Fahrer Dich nicht sieht! Schau vor jeder Querung von Seitenstraßen kurz nach beiden Seiten und nach hinten, ob sich ein Fahrzeug nähert. Abbiegende Fahrzeuge sind zwar gegenüber Radfahrern auf parallel verlaufenden Radwegen wartepflichtig, trotzdem ist es besser für Dich, zu warten, wenn Du unsicher bist, ob Dich der Fahrer gesehen hat. Besonders bei LKW ist der so genannte "tote Winkel" sehr groß!
Rechts fahren:Fahre möglichst nie auf Radwegen entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Es ist eine der Hauptursachen für Fahrrad-Unfälle. Einzige Ausnahme, wo links gefahren werden darf bzw. sogar muss, sind so genannte Zweirichtungsradwege. Aber selbst dort, wo es erlaubt oder gar vorgeschrieben ist, bleibt Linksfahren gefährlich!

4. Verboten: Gehwege

Fahre grundsätzlich nie auf Gehwegen. Du gefährdest damit Dich selbst und Fußgänger. Gehwege sind für Radfahrer ebenso gefährlich wie Radwege. Nur Kinder bis zu 8 bzw. 10 Jahren dürfen auf Gehwegen fahren, müssen dann aber an jeder Kreuzung bzw. Einmündung absteigen und schieben, denn genau dort lauern die Gefahren! Auch für Radfahrer freigegebene Gehwege solltest Du möglichst nicht benutzen. Wenn Du es tust, musst Du Rücksicht auf Fußgänger nehmen und entsprechend langsam fahren.

5. Eindeutig und berechenbar fahren.

Andere sollen Dich sehen und Deine Absichten einschätzen können. Zeige rechtzeitig und deutlich an, wenn Du z.B. abbiegen oder die Fahrspur wechseln willst. Schaue Dich vorher um, ob dies gefahrlos möglich ist. Plötzliche, unangekündigte Richtungswechsel können zu schweren Unfällen führen.

6. Mit Fehlern anderer rechnen

Rechne immer damit, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen, aber gib dennoch zu erkennen, dass Du auch Deine Rechte im Straßenverkehr kennst.

7. Überprüfe regelmäßig Dein Fahrrad

Insbesondere folgende Teile Deines Rades sollten regelmäßig auf Funktionsfähigkeit überprüft werden: Wer es nicht selbst kann, sollte die Überprüfung von einer Fachwerkstatt durchführen lassen.

Besonderer Dank für ihre Hinweise und Ergänzungen zu diesem Text an:


Autor: Christoph Maercker
Verantw: Mario Peine
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